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Kochbuch der Klasse 6d

Auch in den Zeiten von Corona kann es erfolgreiche Projekte der Zusammenarbeit geben - so wie dieses hier, das einem das Wasser im Munde zusammenlaufen lässt: Die Klasse 6d hat im vergangenen Schuljahr im Rahmen der Vorgangsbeschreibung im Fach Deutsch Rezepte erstellt und dabei nicht nur gelernt, wie man Rezepte erstellt, sondern auch ein eigenes Kochbuch zusammengestellt, das wir nun auf der Homepage präsentieren dürfen. Also lassen Sie sichs schmecken!

 

 

 

Expressionistische Gedichte - heute!

Dass auch in der Q12 trotz immer näher rückendem Abitur Platz für eine kreative sowie aktuelle Auseinandersetzung mit literarischen Epochen und ihren Motiven bleibt, beweisen diese drei Gedichte. Sie sind allesamt im Anschluss an die Auseinandersetzung mit zentralen Texten des Expressionismus – Heyms Gedicht „Die Stadt“, Wolfensteins Gedicht „Dämmerung“ sowie van Hoddis‘ „Weltende“ – entstanden:

Jonas Raum – Die Stadt

Man wird gebor‘n in einer Welt, nur als Teil der grauen Masse 

Die genau analysiert wird, um sie weiter zu anzupassen 

Von Anfang an darauf trainiert Befehle zu erlangen

Nur das Fußvolk der Elite, sie sind lebenslang gefangen

 

Nach den sechs Jahren Freiheit ist der Rest deiner Jugend

Voller Tests und Vergleiche, um dich fest einzustufen 

Wir sind Nummern im System, die sich anzupassen haben

Fern von Kreativität und Charaktereigenschaften 

 

Jeder Tag verläuft nach Plan, keine neuen Phänomene

Keine Treffen in der Bar, keine Freude an dem Leben

Aus dem Alltag sind wir einfach keinen Widerstand gewohnt

Denn die durchschnittlichen Menschen schwimmen lieber mit dem Strom 

 

In den Medien wird erstrebenswerter Durchschnitt präsentiert

Wenn du diesen etablierst, kann dir niemals was passiern 

In der Reihe bleiben, leise sitzen, jeden kontrollieren

Alles Maßnahmen um uns in das System zu integriern 

                                

Durch Macht und Wohlstand werden ihre Weichen gestellt

Es geht um Hightech und Geld auf ihrem Highway to Hell

Doch bist du einfach du selbst werden Grenzen aufgezogen

Wegen Normen der Gesellschaft führt der Weg zum Psychologen 

 

Keine farbenfrohen Zeiten, wenn man Instabilder liket

Wirkt das eigene Privatleben auf einmal schwarz und weiß

Social Media raubt den meisten Menschen Lebensenergie

Wir war‘n noch nie so gut verbunden doch sind einsam wie noch nie 

 

Neben Straßen gibt es neuerdings zu Hauf neue Häuser

Graue Seelen graue Wände auf der Baustelle Deutschland 

Diese Welt, eine Stadt voller Hetzte und Hass

Keine Menschlichkeit bei uns ist nur das Geld an der Macht

 

Was zu ändern wäre einfach, doch der Mensch ist zu träge

Statt sich zu wehren bevorzugen sie dann doch lieber die Flucht in die Leere 

Wegen mangelnder Erziehung, die ihn in den Wohlstand treibt

Lebt der Mensch in ei‘m Palast, in dem die Sonne niemals scheint. 

 

 

Finn Sanders: Sonnenhöchststand

 

Ein dicker Junge hängt in dem Netz.

Der Wind fegt Müll durch den hektischen Hafen

Der Himmel sieht müde aus und gehetzt,

Als hätte er lang nicht mehr geschlafen.

 

Auf alte Decken unsanft gebettet

Und grantelnd stehen in der Stadt zwei Arme.

Ein kleiner Makler hat groß gewettet

Ein Scooter übersieht eine Dame

 

In einem Büro harrt ein dürrer Mann.

Eine Kleine will sich Gucci  kaufen.

Ein brauner Mann kleidet sich Stiefel an.

Ein lautes Horn erschrickt und Autos raufen.

 

Manuel Nagel: Weltende

Die Zeit zum Handeln ist gekommen.

Krieg und Katastrophe stehen bevor.

Geht es so weiter, steigt Greta weiter empor.

Die Info hat Jedermann dem Zwitschern entnommen.

 

Politische Politiker sind am Politisieren,

Unsere Umwelt ist in akuter Gefahr,

der weltweite Weltuntergang stand vor uns ganz nah,

die blöde Bevölkerung beginnt zu realisieren.

 

Und doch am Bildschirm monströse Mengen schwarzer Schrift,

launische Leute dauernd am Display,

kaum wer benutzt heute noch den Stift,

doch zum Abschalten -es scheint so- sei das alles okay.

 

Menschen nutzen das Handy zur Kommunikation,

Doch mit was für einem Unterton?

Stress und Streit, Härte und Hitze,

Aggression und Wut finden Menschen glatt spitze.

 

Atombomben gezündet, Kriege

Geführt, um Mächte zu ergreifen.

Dabei nichts wichtiger als Siege.

Dabei keiner den Stolz abzupfeifen.

 

Es wird Zeit Einsicht zu erlangen,

Sinn der Sache ist es nicht, um Leben und Tod zu bangen.

Es wird Zeit viele Dinge zu ändern,

um nicht weiterhin -so- durchs Leben zu schlendern.

 

 

Die beste Bildung findet ein gescheiter Mensch auf Reisen (Goethe)

Eine Exkursion ins Deutsche Literaturarchiv Marbach

Unsere Exkursion in die Schillerstadt Marbach Ende Juli begann wie jeder normale Schultag – die Hälfte kam zu spät, ein Schüler wachte 15 Minuten vor Abfahrt des Zuges auf und Frau Büttner war dem Herzinfarkt nahe. Trotzdem saßen um 8:30 Uhr alle Schüler des Deutschkurses der Q11 voller Vorfreude im Zug in Richtung innerdeutschen Auslands (Baden-Württemberg). Statt sich auf dieser Fahrt mit dem Handy zu beschäftigen, haben wir uns vorbildlich auf die kapitalistische Welt vorbereitet, indem wir akademisch wertvolle Kartenspiele, wie Monopoly Deal, spielten. Nach einem halbstündigen Aufenthalt in Bangkok ähhh… Backnang erreichten wir die literarische Oase. Wir wanderten unter Lukas' Führung mit kurzem Zwischenstopp im Rewe auf die Schillerhöhe.

Dort genossen wir die schattige Parkanlage und warteten auf unsere Führung. Diese begann in einem Raum, der im Gegensatz zu den wüstenähnlichen Verhältnissen im Freien geradezu arktisch war. Eröffnet wurde unser Projekttag mit der Diskussion, was Reisen für uns bedeutet. Um unsere Assoziationen festzuhalten, verfassten wir sehr durchdachte Haikus. Anschließend verglichen wir unsere Gedanken mit denen einiger bedeutender Poeten, wie Eduard Mörike oder Friedrich von Schiller. Dabei erhielten wir mit unserem Guide einen Einblick in die großen Archive des Schiller-Nationalmuseums und des Literaturmuseums der Moderne. Dort haben wir zudem verschiedene Exponate anhand ihres äußeren Erscheinungsbildes analysiert, um Rückschlüsse auf deren Herkunft, Besitzer und Geschichte zu ziehen. Nach den Präsentationen unserer Ergebnisse wandten wir unsere neuen Erkenntnisse an, um erneut Haikus zu verfassen, diesmal aus der Sicht der Schriftsteller. Als abschließende Attraktion bekamen wir den Poesieautomaten von Hans Magnus Enzensberger vorgestellt. Das ist eine Maschine, bei der man durch Drücken eines Buzzers ein individuelles Gedicht generieren kann. Dabei ergab die zufällige Zusammensetzung von Worten keinen direkten Sinn, sondern konnte von jeder Person eigenständig interpretiert werden.

Nach dieser interessanten, aber dennoch mental fordernden Erfahrung bekam unser Ausflug auf der Schillerhöhe bei gemeinsamen Fotos mit dem großen Schillerdenkmal und Entspannung auf der Grünfläche einen gelungenen Abschluss. Um noch einmal eine Schippe draufzulegen und nicht nur den erfolgreichen Tag, sondern auch ein fantastisches Schuljahr perfekt abzurunden, gab Frau Büttner dem gesamten Kurs eine Kugel Eis aus und überforderte den Eisverkäufer mit einer großen Bestellung. Noch viel nötiger wäre diese Abkühlung allerdings auf unserer Rückfahrt im Zug gewesen, der einem Fegefeuer glich. Da es keine Klimaanlage oder ein offenes Fenster gab, spürte man jeden einzelnen Schweißtropfen den Körper hinabrinnen, bei einigen Schülern führte die Hitze zur Überforderung bei erneutem Kartenspielen und zu furiosen Beschwerden über die Deutsche Bahn in Form von Impro-Haikus oder sogar beinahe zur Dehydration bis zum Umfallen. Somit waren alle froh, um 19 Uhr endlich wieder den Nürnberger Hauptbahnhof erreicht zu haben. Trotzdem war dieser Tag so ein unvergessliches Erlebnis, sodass wir sogar sieben Wochen nach dem Ausflug allein aus dem Gedächtnis einen Bericht verfassen konnten.

Juliane Drees und Moritz Weber, Q12

 

 

Projekt Bücherboxen

Die Klasse 5m hat ihre Lieblingsbücher mal nicht einfach so vorgestellt, sondern sich für die Präsentation etwas einfallen lassen: eine Bücherbox, die selbst gestaltet werden und mindestens drei Gegenstände enthalten sollte, die mit dem vorgestellten Buch in Verbindung gebracht werden können. Die Ergebnisse können sich sehen lassen - was sie hiermit auch tun... 

               

  

 

Unsere Fachschaft

 

Die Deutsch-Fachschaft 2019/20

 

An dieser Stelle stellen sich auch die einzelnen Mitglieder der Fachschaft vor. Und wie es sich gehört, nicht durch eine einfach Personenbeschreibung, sondern über ihr Lieblingsbuch - gleichzeitig eine Empfehlung für die nächste Ferien- oder Abendlektüre:

 

Qualityland

Marc-Uwe Kling habe ich erst vor fünf Jahren entdeckt. Da hat Manuel das erste Kapitel aus dem ersten Band der Känguru-Chroniken beim Lesewettbwerb der 6. Klassen vorgelesen und es hat mich vom Hocker gehauen, wie und was dieser Sechstklässer da liest! Inzwischen kenne ich alles vom Känguru, aber hier empfehle ich: Qualityland.
Der Roman spielt in einer Zukunft, in der ich sagen müsste, der Roman ist der beste dystopische Roman vom allerbesten Größtkünstler und bestimmt wurde er Dir von The Shop schon geliefert, als Du noch gar nicht wusstest, dass Du ihn lesen willst. Ich hoffe, Du warst der Lieferdrone gegenüber freundlich und hast sie sehr gut bewertet. Freue Dich, dass die Algorithmen der Meinung sind, dass Du Dich für Literatur interessierst – Du bist bestimmt mindestens ein Level 20 Mensch, schätze ich. So wünsch ich Dir beim Lesen sehr viel Freude und intensivste Einsichten.

Von Susanne Auszubildende.

 

Der Name der Rose

 

Ja, schon klar, der gute alte Eco wieder. Seit Jahren steht der Roman bei mir auf Platz eins und zugegebenermaßen ist das natürlich kein Stoff für die Unter- oder Mittelstufe. Aber darum geht es mir gar nicht. Denn in dieser Geschichte findet jeder etwas Faszinierendes: eine Kriminalgeschichte, einen Mittelalterschinken, eine philosophische Abhandlung, ein Buch über Sex and Crime, über Sein und Schein und natürlich ein Buch über Bücher und die Frage, welchen Sinn diese haben, wenn man sie in einer labyrinthartigen Bibliothek versteckt. Das nächste Mal - ich verspreche es - findet ihr hier eine Empfehlung für Jüngere. Aber dieses eine Mal noch muss es Eco sein, und William und Adson und all die anderen verschrobenen Mönche, die in ihrer Festungsabtei vor sich hinvegetieren und sich vom Sherlock Holmes des Mittelalters detektivisch analysieren lassen. 

Von Bruder Niklas.

 

George Orwells Roman „Tage in Burma“ gibt einen farbenprächtigen, faszinierenden, aber auch erschreckenden Einblick in Groß Britanniens koloniale Vergangenheit der 20ger Jahre des 20. Jahrhunderts. Der Protagonist Mr. Flory, der für die einheimischen Birmanen viel Verständnis und Sympathie – entgegen der landläufigen Meinung seiner englischen Clubbekanntschaften – aufbringen kann, findet sich innerlich zerrissen und mental isoliert an seinem Dienstort Kyauktada – südlich von Yangon im Ayeyarwaddy-Delta – wieder. Er verliebt sich unglücklich in die junge Elizabeth, die sich weder auf die birmanische Kultur noch auf die geistreichen Gespräche mit Mr. Flory einlassen kann. Sein einziger Freund, der indische Arzt Dr. Veraswami, verachtet von den englischen Clubmitgliedern, kann Flory in seinem Verlangen nach Moral und philosophischen Diskurs eine Schulter bieten.

Orwells Figuren sind ein Schaufenster für die verstörende Denkweise des Imperialismus und lassen den Leser mit dem guten Gewissen zurück, dass sich die Menschheit in der Retrospektive doch weiter entwickelt hat, als man es heutzutage manchmal glauben mag. Ein wirklich facttenreicher Roman, der als Chronik des 20. Jahrhunderts gelesen werden kann.

 

Von Frau Stadler

 

Grundwissen

...gibt es ja nicht mehr. Oder vielmehr geht es um Kompetenzen. Und welche Kompetenzen man in Deutsch braucht, steht bald in den links (s.u.)