P-Seminar Geographische Brettspiele

Nürnberg und Damaskus als Brett-Spiel

 

P-Seminar geographische Brettspiele präsentiert Ergebnisse

Für das P-Seminar „Geographische Brettspiele“ stellte sich die öffentliche Präsentation als Höhepunkt heraus. Am Di. den 22.11. konnte die Öffentlichkeit bestaunen und ausprobieren, was die elf Schüler des Geographie-Seminars eracht und gebaut hatten. Die Gäste, die sich in den Spieleräumen des Spezialgeschäftes „Ultra-Comix“ in der Vorderen Sterngasse eingefunden hatten, konnten zwischen einer Vielfalt von Spielen aussuchen und alle ausprobieren. Auch für die Seminarteilnehmer ergab sich ersmalig die Gelegenheit die Spiele der anderen „durchzuspielen“ und auch mal die Tiefe der Eigenproduktionen zu erfahren. Ziel des Seminars war es, bestehende Spiele mit geographischer Grundauslegung so umzugestalten, dass sie einen anderen neuen geographischen Bezug erhalten. So wurden  bekannten Spiele, wie „Scotland Yard“ oder „Monopoly“ neue Karten oder Orte zugrunde gelegt und die Spiele selbst hergstellt und gestaltet.

An diesem Präsentationstag konnte man auf den Plätzen und Straßen von Damaskus Hotels bauen und beim Zug über Los das Gehalt einstreichen. Ebenso war es möglich, mit einem vollgepackten Containerschiff über die Karibik zu schippern und die Ware an nächsten Hafen meistbietend zu verkaufen. Wem es gefiel, eine Dampfrossstrecke von Nürnberg nach Herzogenaurach oder Feucht zu bauen, kam ebenso auf seine Kosten, wie der, der gerne Mister X zwischen Hauptmarkt, Burg und Lorenzkirche jagte. Spielebegeisterten Menschen klingen Namen wie, „Monopoly“, „Scotland Yard“, „Deutschlandreise“ oder „Dampfross“ wie Musik in den Ohren und versprechen viel Spielspaß. Aber auch unbekanntere Spiele, wie „Cluedo“, „Serenissima“ oder „Finden Sie Minden“ bieten ausgezeichnete Möglichkeiten, um Geographie erlebbar zu machen. Gerade geographische Quizspiele, bieten daher die Möglichkeit einen neuen lokalen Bezug herzustellen. Kein Wunder, dass die Spielidee, wie sie in letzterem Spiel enthalten ist, von mehreren Schülern für Nürnberg und für Bayern umgesetzte wurde. Aber auch die detektivische Suche zwischen den Kontinentent und Beantwortung von Spezialfragen im „CluERDo“ macht viel Spaß und baut topographisches und geschichtliches Wissen aus.

Leider musste man am Präsentationstag auch die liebevoll aus einem Deutschland-Atlas herausgeschnittene Deutschland-Version des Spieleklassikers „Carcasonne“ nach einer Runde zur Seite legen. Eine Spielrunde musste nach einem Durchgang „Travel the States“ die Rundreise durch die USA beenden, um auch von den andern Spielen etwas erleben zu können.

Aber die zum Teil zeitraubende und aufwändige Bastelarbeit, die die Schüler bei der Herstellung ihrer Spiele geleistet hatten, hat sich gelohnt, denn die meisten Spiele sind optisch so ansprechend gestaltet, dass man sie unbedingt auch noch probieren möchte. Manche Spielbretter - aus Holz und handbemalt -,  manche Schachteln mit hunderten von laminierten Karten ausgestattet, zeigen das Engagment, das die Schüler in die Arbeit gesteckt hatten. Die Erfahrung, dass man den Zeitaufwand unterschätzt und die ein oder andere Bastelarbeit ein zweites oder drittes Mal verrichten muss, bis man mit dem Ergebnis zufrieden sein kann, ist ein Effekt des Seminars, die Freude an der Umsetzung geographischer Daten in spielerischer Form ein weiterer und der bleibt allen Teilnehmern sicher erhalten. Er führt dazu, Spiele in Zukunft mit anderen Augen zu betrachten und die Geographie als Grundlage für viele Ideen wertzuschätzen.

OStR Christof Ortlieb