Awareness Day am Dürer-Gymnasium: Gemeinsam Perspektiven wechseln

Farbenfrohe Kleidung, bunt geschminkte Gesichter, kreative Mitmachaktionen und unzählige bereichernde Begegnungen – der erste Awareness Day am Dürer-Gymnasium verwandelte unsere Schule in einen lebendigen Ort der Vielfalt, des Perspektivwechsels und der gelebten Inklusion.

Ziel des Awareness Days war es, Berührungsängste abzubauen, neue Perspektiven kennenzulernen und Inklusion nicht nur theoretisch zu behandeln, sondern unmittelbar erfahrbar zu machen. Besonders beeindruckend war die Offenheit, mit der sich die Schülerinnen und Schüler auf neue Erfahrungen einließen und miteinander ins Gespräch kamen. Die gesamte Schulgemeinschaft beteiligte sich auf ganz unterschiedliche Weise an diesem besonderen Aktionstag.

Die 9. Klassen durchliefen in einem Rotationssystem sechs verschiedene Workshops und konnten dabei Inklusion aus unterschiedlichsten Perspektiven erleben. Gleichzeitig besuchten die 7. Klassen die Angebote des Erfahrungsfelds zur Entfaltung der Sinne Nürnberg sowie der EinDollarBrille e. V. und setzten sich dort intensiv mit den Themen Wahrnehmung, Blindheit und weltweite Sehversorgung auseinander.

 zum Bericht des Bayerischen Rundfunks (Frankenschau am 19.07.2026)

Eine tragende Rolle spielte der Workshop der Nürnberg Falcons. Gemeinsam mit Paralympics-Siegerin Gesche Schünemann konnten die Schülerinnen und Schüler den Rollstuhlbasketball selbst ausprobieren und erleben, welche sportlichen Fähigkeiten, welcher Teamgeist und welche Präzision hinter dieser faszinierenden Sportart stecken.

Beim Workshop des 1. FC Nürnberg wurde Blindenfußball erlebbar. Mit verbundenen Augen und einem Rasselball erfuhren die Jugendlichen, wie wichtig Vertrauen, Kommunikation und Orientierung sind, wenn das Sehen plötzlich keine Rolle mehr spielt.

Der XR Hub Nürnberg zeigte gemeinsam mit dem Nürnberg Campus of Technology und der Technischen Hochschule Nürnberg Georg Simon Ohm, wie moderne Virtual- und Extended-Reality-Technologien Menschen mit Behinderung unterstützen können und welche Möglichkeiten digitale Innovationen für mehr Teilhabe eröffnen.

Im Workshop der Berufsfachschule für Blinde und Sehbehinderte Nürnberg lernten die Schülerinnen und Schüler Brailleschrift kennen, testeten Simulationsbrillen und erhielten spannende Einblicke in den Alltag blinder und sehbehinderter Menschen.

Die Ararat Akademie vermittelte erste Grundlagen der Deutschen Gebärdensprache und eröffnete einen authentischen Zugang zur Gehörlosenkultur. Dabei wurde schnell deutlich, dass Sprache weit mehr ist als gesprochene Worte.

Besonders persönlich wurde es im Workshop „(UN)Frequently Asked Questions“ des Vereins für Menschen. Menschen mit Behinderung berichteten offen von ihrem Alltag und beantworteten ehrlich die Fragen der Jugendlichen. So entstanden intensive Gespräche, die viele zum Nachdenken anregten.

Auch die beiden Angebote für die 7. Klassen hinterließen bleibenden Eindruck. Das Erfahrungsfeld zur Entfaltung der Sinne Nürnberg ermöglichte außergewöhnliche Sinneserfahrungen und Perspektivwechsel, während die EinDollarBrille e. V. eindrucksvoll zeigte, welche enorme Bedeutung gutes Sehen für Bildung, Selbstständigkeit und Lebensqualität weltweit hat.

Neben den Workshops sorgte die SMV mit zahlreichen Aktionen für eine besondere Atmosphäre im gesamten Schulhaus. Ein besonderes Highlight war die große Fingerabdruckwand, auf der Schülerinnen und Schüler, Lehrkräfte sowie zahlreiche Gäste ihre bunten Finger- und Handabdrücke als Zeichen für Vielfalt, Zusammenhalt und gelebte Inklusion hinterließen. Auch Schulleiter Rolf Kraus sowie die Bildungsreferentin der Stadt Nürnberg, Cornelia Trinkl, verewigten sich auf der gemeinsamen Leinwand.

Der Awareness Day fand auch weit über die Schule hinaus große Aufmerksamkeit. Neben Cornelia Trinkl begleitete ein Kamerateam des Bayerischen Rundfunks den gesamten Projekttag. Der Beitrag ist in der BR-Mediathek (Frankenschau vom 19.07.) zu finden.

Der Aktionstag war zugleich eng mit dem Engagement des Arbeitskreises Voice UP! – Für mehr Vielfalt verbunden, der sich seit Langem für Demokratie, Vielfalt und ein respektvolles Miteinander am Dürer-Gymnasium einsetzt. Am 18. Juli lud der Arbeitskreis zu einer Demonstration in der Nürnberger Innenstadt ein und setzte damit die Botschaft des Awareness Days über das Schulgelände hinaus fort.

Ein Projekt dieser Größenordnung ist nur gemeinsam möglich. Ein ganz besonderer Dank gilt deshalb dem Freundeverein des Dürer-Gymnasiums, der den Awareness Day von Beginn an mit großem Vertrauen begleitet und finanziell maßgeblich ermöglicht hat.

Ebenso gebührt der SMV großer Dank. Mit viel Engagement organisierte sie nicht nur zahlreiche Aktionen rund um den Awareness Day, sondern sammelte durch ihre Verkaufsaktionen auch Spendengelder für soziale Projekte. Damit trug sie wesentlich dazu bei, dass der Tag weit mehr wurde als eine reine Workshopveranstaltung – nämlich ein lebendiges Zeichen für Zusammenhalt und gesellschaftliches Engagement.

Der erste Awareness Day am Dürer-Gymnasium hat eindrucksvoll gezeigt, wie viel entstehen kann, wenn Schule, Vereine, Institutionen und Ehrenamt gemeinsam an einem Ziel arbeiten. Viele Schülerinnen und Schüler nahmen neue Erfahrungen, bewegende Begegnungen und vielleicht auch einen veränderten Blick auf Inklusion mit nach Hause.

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